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" Leichtgl�ubige �bernahme von Geschwafel kann teuer werden!" Das ist, was P.T.Barnum meinte als er sagte: "Jede Minute wird ein Dummer geboren." Aber viel gef�hrlicher ist, wenn Parlamente und Beh�rden die F�higkeit -kritischen Denkens- verlieren - die Folgen k�nnen katastrophal sein." (Carl Sagan)


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 Das Sicherheitsbed�rfnis der Bev�lkerung - Oder: Die Kampfhundl�ge in Politik & Presse

10.Oktober 2006

 

- Ein Leitartikel von Wolfgang Marchewka (c)-


Ein American Staffordshire Terrier, als 껳ampfhund� diffamiert, wie er bei normaler Pr�gung wirklich ist: menschenfreundlich, kinderfreundlich, wesensfest - auch als Schulhund.

Politiker scheinen zu meinen, dem berechtigten Sicherheitsbed�rfnis der Bev�lkerung schade das Ungleichgewicht zwischen moderner Hightechkriminalit�t einerseits und der lokalen polizeilichen Mangelverwaltung andererseits nicht.

Wir leben in einem Kreis, in dem sich die Verantwortlichen der Feuerwehren seit Jahren um ein angemessenes Ausbildungszentrum mit Atemschutzstrecke bem�hen, um ihre Aufgaben im Falle eines Brandes auch wahrnehmen zu k�nnen.

Politiker im Innenministerium von Sachsen-Anhalt scheinen zu meinen, auf ein paar Br�nde mehr oder weniger komme es ebenso wenig an wie auf ein paar Feuerwehrleute, deren Gesundheit und Leben bei Eins�tzen inzwischen unzumutbar gef�hrdet wird: Atemschutz? Wozu? Das kostet Geld!

Die Liste der vorhandenen Sicherheitsm�ngel lie�e sich noch beliebig fortsetzen, was aber nichts n�tzt, denn wir wissen sp�testens seit dem Scheitern einer vern�nftigen Gesundheitsreform: Politiker in Deutschland l�sen heutzutage kein Problem, manche sind inzwischen selbst zum Problem geworden.

Da will Problemfall Holger H�velmann, der gl�cklich von der SED zur SPD gewendete Innenminister von Sachsen-Anhalt, nat�rlich nicht nachstehen, denn da wo Politiker beim konkreten L�sen von konkret vorhandenen Aufgaben konkret versagen, gibt es ein gern eingesetztes konkretes Mittel, um von den vorhandenen eigenen Schw�chen ablenken zu k�nnen: Populismus. Man redet einer nicht informierten oder via Medien vors�tzlich oder grob fahrl�ssig falsch informierten angeblichen �ffentlichkeit nach dem Maul und t�uscht damit eine tats�chlich nicht vorhandene Tatkraft vor.

Und wenn gar nichts mehr geht, gibt es f�r solche Nebelkerzen werfenden Politiker immer noch einen letzten Ausweg: Man kommt auf den Hund, und das sowohl im �bertragenen Sinne als auch im tierischen.

Andere Bundesl�nder haben es vorgemacht, allerdings unter dem Eindruck einer dramatischen Situation, als in Hamburg ein schwer krimineller Drogenh�ndler t�rkischer Nationalit�t mit einem vors�tzlich scharf gemachten Hund einen t�dlichen Unfall verschuldete und die �blichen blutgierigen Medien getreu dem alten Journalistenmotto 껧lut ist gut f�r die Auflage� eine menschenverachtende Kampfhundedebatte anzettelten.

Manche Politiker nahmen diesen blutigen Steilpass begierig auf und lie�en Papiere bedrucken, auf denen bestimmten Hunderassen die Schuld am menschlichen Versagen zugewiesen wurde. Perverser k�nnen menschliche Gedankeng�nge kaum sein, aber das ficht bestimmte Politiker nicht an, solange es nur gen�gend Journalisten gibt, die aus einer Mischung von eigener Unkenntnis und dem Zwang, die erzeugten medialen warmen Semmeln verkaufen zu m�ssen, bevor die Br�tchen alt geworden sind, mit gezielten Kampagnen die nicht informierte �ffentlichkeit mit der Forderung nach so genannten 껳ampfhundegesetzen� hinter sich bringen, unter Missachtung der Grundregel seri�ser Zeitungsleute, dass Journalisten selbst keine Ereignisse 꼖achen�, sondern lediglich �ber Ereignisse berichten.

Sachsen-Anhalt galt bisher beim politisch-medialen Wettlauf um die wirkungsvollste hundliche Scheinl�sung sogar international als Vorbild, verweigerten sich die Landespolitiker in geradezu lobenswerter Weise den populistischen Bestrebungen der Landes-SPD nach einem so genannten 껳ampf밐undegesetz, nachdem eine Experten-Anh�rung im Landtag von Magdeburg die Sinnlosigkeit des von den so genannten Sozialdemokraten vorgelegten Gesetzentwurfes eindeutig ergeben hatte. Zu den Experten, die den Gesetzentwurf der SPD damals ablehnten, geh�rten auch die Vertreter der Polizei von Sachsen-Anhalt, was auch f�r den nicht informierten B�rger deutlich macht: Um Sicherheitsfragen geht es bei diesen Hundegesetzentw�rfen nun wirklich nicht. Preisfrage: Warum wohl verschweigen die Medien, die seit Wochen in Sachsen-Anhalt an einer 껳ampfhund�-Kampagne arbeiten, das eindeutige Ergebnis dieser Experten-Anh�rung in ihrer Berichterstattung hartn�ckig?

Preisfrage zwei: Geh�rt es zu den vordringlichen Aufgaben der Medien, bei bestimmten Ereignissen die Faktenlage zu verschweigen?

Leider scheint es mit der politischen Vernunft in Sachsen-Anhalt so langsam zu Ende zu gehen, seitdem die ehemalige Koalition der hundekundlich Einsichtigen aus CDU und FDP (�brigens stimmten damals auch die PDS-Vertreter im Ausschuss gegen den SPD-Gesetzentwurf) bei den Landtagswahlen nicht best�tigt und durch eine Gro�e Koalition aus CDU und SPD abgel�st worden ist. Seitdem versuchen bestimmte SPD-Vetreter, die mit ihren obskuren hundlichen Ansichten selbst vor Gericht gescheitert waren, den ideologischen Grabenkrieg aufs Neue zu entfachen, auf ganz merkw�rdige Art und Weise unterst�tzt von bestimmten Medienvertretern.

Was ist ein Kampfhund? Kein Angeh�riger einer bestimmten Hunderasse, sondern ein bedauernswertes Opfer menschlicher Perversit�t, denn wer einen Kampfhund will, muss nicht nur dementsprechend z�chten, sondern vor allem die Hundebabys bereits im Alter von wenigen Wochen sozial zerst�ren und gezielt scharf machen. Diese missbrauchten Welpen d�rfen zu Artgenossen keinen Kontakt entwickeln, damit sie ihresgleichen nicht erkennen, scharf werden und sich nach den W�nschen des Menschen auf andere Hunde st�rzen.

Nicht �berraschend Nummer eins: Solche Perversit�ten finden in den hundehaltenden Familien nicht statt, sondern als Einzelfall h�chstens in kriminellen bis asozialen Kreisen.

Nicht �berraschend Nummer zwei: Selbst im Mutterland dieses einst als 껰undesport� bezeichneten Missbrauchs von Tieren, England, ist das seit mehr als 160 Jahren verboten, und auch in Deutschland untersagt schon das im Verfassungsrang stehende Tierschutzgesetz derartiges Treiben.

F�r den unkundlichen Normalb�rger hei�t das: Wir haben also bereits ein Gesetz, das Kampfhunde im wirklichen Sinne des Wortes verbietet, der einzige Mangel k�nnte darin liegen, dass Beh�rden vor Ort vorhandene Gesetze nicht anwenden - eine amtliche Leistungsschw�che, die wir bereits von anderen Problemkreisen ebenfalls kennen und die auch beim ber�chtigten Hamburger Fall den Unfall erst m�glich gemacht hat.

Neue Preisfrage: Wenn also ein Gesetz bereits vorhanden ist und ein zweites, n�mlich das SOG abgek�rzte Gesetz zur Regelung der Sicherheit und Ordnung in Sachsen-Anhalt, einen weiteren Handlungsspielraum er�ffnet; wenn also mindestens zwei Gesetze bereits vorhanden sind, die von einer bestimmten menschlichen Schicht nicht beachtet wird, wer ist da so t�richt zu glauben, wenn Politiker zum selben Thema noch ein drittes Gesetz erlassen, werde es von der kriminellen Klientel besser beachtet? Richtig, niemand, noch nicht einmal Innenminister H�velmann.

Was also steckt dahinter, wenn er gegen alle Vernunft ein 껳ampfhunde밎esetz will? Richtig, blanker Populismus, der beim nicht informierten B�rger die Handlungsf�higkeit eines Politikers vort�uschen soll.

Gelegentlich behaupten fachlich schwache Medienvertreter, Sachsen-Anhalt sei das einzige Bundesland ohne Gesetz gegen Kampfhunderassen. Auch diese Behauptung ist sachlich falsch. Richtig ist, unser Nachbarland Th�ringen hat in seinem 껯esetz zum Schutz der Bev�lkerung vor gef�hrlichen Hunden� noch nie Rasselisten gehabt und unser anderes Nachbarland Niedersachsen hat die einst unter SPD-Herrschaft eingef�hrten Rasselisten wieder abgeschafft, und das auch unter dem Eindruck der eindeutigen Forschungsergebnisse der Tier�rztlichen Hochschule in Hannover und des ebenso eindeutigen Ergebnisses einer Experten-Anh�rung. In Niedersachsen war es also m�glich, dass Politiker beim Thema 꼏ef�hrliche Hunde� dazugelernt haben, zwei Jahre sp�ter fordert die SPD in Sachsen-Anhalt die Rolle r�ckw�rts und tut dabei so, als h�tte es die Aussagen der Fachleute ebenso wenig gegeben wie die Erkenntnisse der Wissenschaft. D�mmlicher kann Politik nicht sein.

Noch ein kleines Beispiel zur H�velmann큦chen Unkenntnis: In einem Gespr�ch mit der 껶agdeburger Volksstimme� habe der Innenminister nach Angaben dieser Zeitung ge�u�ert, es sei wichtig, 꼣wischen einem Pudel und einem Kampfhund� zu unterscheiden. Falsch, Herr Minister: Auch die enge genetische �bereinstimmung zwischen einem Pudel und einem Bullterrier ist wissenschaftlich l�ngst nachgewiesen.

Was das ganze Polit-Theater �ber das Hundethema hinaus bedenklich macht, ist die Tatsache, dass Hunde wie auch Menschen zu den sozialen Lebewesen geh�ren, deren Verhalten �berwiegend durch Umwelteinfl�sse gepr�gt wird, und nicht durch Rassen. Rassismus aber hilft weder bei Menschen noch bei Hunden weiter.

Was ebenfalls bedenklich ist: Die SPD will in ihrem Hundegesetz ein Erm�chtigungsgesetz verankern. Danach w�re der politische Beamtenapparat pauschal erm�chtigt, am Parlament vorbei ganz nach Belieben ganze Hunderassen f�r gef�hrlich zu erkl�ren. Sp�testens an dieser Stelle sollten zwei betroffene Gruppen aufmerken: Einerseits die seri�sen Hundehalter, die zum Beispiel einen Sch�ferhund, einen Boxer oder andere gro�e Hunde ihr Eigen nennen, und andererseits die Gruppe der Abgeordneten bei den im Landtag vertretenen Parteien: Seid ihr wirklich freiwillig bereit, euch vom Magdeburger Beamtenapparat politisch entm�ndigen zu lassen?

Siegfried Borgwardt, CDU-Abgeordneter im Wahlkreis Jessen/Gr�fenhainichen, hat sich bereits festgelegt: 껪as SPD-Gesetz k�nnen wir uns sparen, schon weil es sich dabei um eine Erm�chtigung handelt und die Parlamentarier danach keinen Einfluss mehr haben. Das verst秤t gegen unsere demokratische Grund�berzeugung


 

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